Welpenaufzucht

Unsere Hunde leben mit uns in einer engen sozialen Gemeinschaft, sind fast immer in unserer Nähe.
Steht eine Geburt bevor, steht die Wurfkiste im Wohnzimmer und die Hündin kann sie bereits Tage vorher für sich vereinnahmen. Die Geburt der Welpen verläuft so ruhig und natürlich wie möglich.

Die Wahrnehmung der Welpen ist in den ersten beiden Lebenswochen durch das taktile Empfinden, Geruchssinn und Geschmackssinn bestimmt. Bereits in dieser Zeit haben sie die Möglichkeit, angenehmes Körperempfinden mit dem menschlichen Geruch zu verbinden.
In den ersten Tagen liegt die Mutterhündin fast ohne Unterbrechung bei ihren Welpen, pflegt und säugt sie. Es bedarf anfangs oft der Überredung, damit sie sich wenigsten zum Lösen oder Fressen einmal hinaus bewegt. Die anderen zum Rudel gehörenden Hunde müssen zunächst eine angemessene Distanz halten, die sich mit zunehmendem Alter der Welpen verringert. Ein kurzer Blick der Mutterhündin reicht um zu erklären, welche Distanz erlaubt ist. Nur die Katzen dürfen meist sofort mit in der Wurfkiste liegen.
Mit ca. 2 Wochen öffnen sich langsam Augen und Ohren. Der Welpe lernt, seine Umwelt auch über diese Sinne wahrzunehmen.
Die Welpen können nun auch auf ihren Beinen stehen, beginnen zu laufen und miteinander zu kommunizieren. Erste unbeholfen wirkende Spiele finden statt.
Die Wurfkiste wird durch einen Bereich mit Zeitungspapier erweitert und innerhalb von Stunden benutzen alle Welpen diesen Bereich um sich zu lösen. Das ist der erste Schritt zur Sauberkeitserziehung.
Langsam beginnt nun auch die Auseinandersetzung mit der Umwelt außerhalb der Wurfkiste. Die Welpen schauen interessiert, wenn man sich nähert und reagieren auf Geräusche.
Um den 21. Lebenstag herum dürfen sich auch die anderen Mitglieder des Rudels an der Pflege und Erziehung der Kleinen beteiligen.
Unsere Welpen ziehen vom Wohnzimmer in den Wintergarten um. Dort spielt sich ein großer Teil des normalen Alltags ab. Sie begegnen hier vielen Menschen, hören alle Geräusche, die alltäglich in einem turbulenten Haushalt anfallen und können die Aktivitäten rund um das Haus beobachten. Sie haben nun Zugang zur Terrasse, die sie bei geeignetem Wetter den ganzen Tag nutzen können.
Wir beginnen nun auch mit der Zufütterung. Die Mahlzeiten nutzen wir, um die kleinen Hunde auf einen Kommpfiff und auf das Wort HIER als Kommsignal zu konditionieren. Nach wenigen Wochen werden sie bereits zuverlässig aus jeder Situation darüber abrufbar sein.
Mit zunehmender Aktivität wird auch der Lebensraum erweitert. Über die Terrasse gelangen die Welpen in den Garten, der ihnen Raum und viele Möglichkeiten zum Spielen bietet. Tunnel, Wippe, Wackelbrett oder Gitter fördern u.a. motorische Geschicklichkeit, Koordinationsfähigkeit und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Optische und akustische Reizquellen, wie flatternde Plastikbänder, Windmühlen oder lautes Kinderspielzeug helfen ihnen, sich an eine Umwelt zu gewöhnen, die mit einer Fülle von Reizen ertragen werden muss. Lernt der kleine Hund bereits in dieser sensiblen Lernphase der ersten Lebenswochen beim Züchter in angemessener Form viele unterschiedliche Reize kennen, und als ungefährlich abzuspeichern, wird er auf alles, was ihm zukünftig begegnet, gelassener reagieren können.

van Schewick WelpenDirekt angrenzend an den Garten fahren Autos, Traktoren, Motorräder oder Fahrräder. Hier gehen Menschen und Hunde spazieren und auf der anderen Seite des Zaunes begegnen dem Welpen unsere Pferde, Esel und Schafe.
Der Kontakt zu Menschen wird von Anfang an gezielt gefördert. Unsere Hunde dürfen bald nach der Geburt besucht werden. Sie lernen, dass Menschen, vom Säugling bis zum Senior, Sozialpartner sein können, auch jene Menschen, deren Lautäußerungen oder Bewegungsmuster ein wenig anders sind. Findet dieses soziale Lernen nicht in dieser sensiblen Phase statt, wird es dem Hund später sehr schwer fallen, den Menschen als Sozialpartner zu akzeptieren und Vertrauen zu ihm aufzubauen. Da die meisten unserer Hunde ihre Lebensaufgabe im therapeutischen oder pädagogischen Bereich finden, ist diese elementaren Erfahrungen Voraussetzung dafür, dass sie gute Arbeit leisten können und dabei zufrieden sind.
Den Ausflügen auf dem Hof mit vielen neuen Eindrücken, unterschiedlichen Untergründen, Räumen und Tieren, folgen kleine Exkursionen in die umgebenden Außenbereiche. Bei den kleinen Spaziergängen im Feld- und Baumschulbereich gehen meist alle Welpen mit. Meist begleiten uns auch die Katzen dabei. Geht es in „zivilisiertere“ Umgebungen, wird mit ein oder zwei Welpen gearbeitet. So kann gezielt auf den einzelnen Welpen eingegangen werden, wenn es stressigere Umweltsituationen erfordern. Wir fahren kurze Strecken mit dem Auto, besuchen den Tierarzt und machen bereits kleine Trainingssequenzen im städtischen Bereich. Auch der Besuch der Welpengruppen steht ab Beginn der 9. Lebenswoche auf dem Stundenrplan der kleinen Hunde
Die Menschen, bei denen der kleine Hund demnächst leben soll, besuchen uns so oft wie möglich. So wachsen sie langsam in den richtigen Umgang mit dem Hund hinein, können viele Erfahrungen machen, die das Leben mit dem Hund erleichtern, viele Fragen stellen oder auch mit einer unserer erwachsenen Hündinnen am Training teilnehmen. Mensch und Hund können bereits eine Beziehung zueinander aufbauen, was dem Welpen den Umzug in sein neues Zuhause sehr erleichtert.
In den ersten entscheidenden Lebenswochen des Hundes sind hier alle Hunde, Katzen und Menschen bemüht, ihn so gut wie möglich auf das Leben vorzubereiten. Ab Beginn der 11. Woche dürfen die Kleinen in ihre neue soziale Gemeinschaft umziehen.
Wir freuen uns über jedes Mensch-Hund-Team, das wir auf seinem Weg weiter begleiten, dürfen!

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